Modem
Der Veteran in Sachen Internetzugang
Wer sich schon länger im Internet bewegt, der kennt noch die typischen Geräusche: den Einwählton, gefolgt vom charakteristischen Piepsen und Knarzen eines Modems. Das Netzwerk Modem war lange Zeit die einzige Möglichkeit überhaupt, eine Verbindung zwischen zwei weit voneinander entfernten Endgeräten und mit dem Internet herzustellen. Das Wort „Modem“ wird aus den Begriffen Modulator und Demodulator gebildet und bezieht sich auf die Funktionsweise eines Netzwerk Modems: Das sendende Modem moduliert ein digitales Signal auf eine Trägerfrequenz, das empfangende Modem demoduliert dieses Signal und legt so die enthaltende Information frei.

Netzwerk Modem: Übertragungsrate von 56 Kilobits
Das Netzwerk Modem überträgt Daten mit bis zu 56 Kilobits pro Sekunde – in Zeiten von hauptsächlich textbasierten Internetseiten reichte diese Geschwindigkeit vollkommen aus. Schon, wenn Bilder auf einer Webseite waren, konnte es mit dem Seitenaufbau etwas länger dauern. Doch das heutige Internet mit seinen Videoportalen, den Social Networks und der Echtzeitkommunikation in Chats und Videochats wäre nur mit dem analogen Netzwerk Modem nicht denkbar gewesen. Zum Vergleich: ISDN überträgt immerhin mit 64 Kilobits pro Sekunde, bei den normalerweise eingesetzten zwei Kanälen kommt man so auf 128 Kilobits. Mit DSL ist eine Übertragung von bis zu 12 Megabytes pro Sekunde möglich, noch schneller geht es mit dem High Speed Anschluss VDSL: Mit 52 Megabytes geht es hier auf die Datenautobahn.
DSL Modems für den schnelleren Verbindungsaufbau
Die Router für die gängigen DLS Anschlüsse ADSL – asynchrones DSL – und SDSL – synchrones DSL – enthalten ebenfalls Modems, die aber mit höheren Trägerfrequenzen arbeiten und größere Bandbreiten übermitteln können. Daher spricht man auch von Breitband, dem modernem ADSL, im Gegensatz zum Schmalband – das althergebrachte Netzwerk Modem.
Das Netzwerk Modem dient in erster Linie dazu, Endgeräte mit dem Internet zu verbinden, kann aber auch die Verbindung zwischen zwei Computern in einem Netzwerk herstellen und die Kommunikation zwischen diesen beiden Endgeräten möglich machen. An Hardware benötigt man den kleinen Kasten, das eigentliche Modem, das zwischen Telefonleitung und Computer angeschlossen wird. Darin unterscheiden sich die althergebrachten Netzwerk Modems nicht von ihren Nachfolgern, den DLS Modems.
Faxmodems und Standleitungsmodems
Neben Telefonmodems und DSL Modems gibt es noch eine Reihe von weiteren Modems für die Kommunikation zwischen Endgeräten: Ein Faxmodem zum Beispiel überträgt nicht nur Daten, sondern ist zudem mit einem Protokoll ausgestattet, das den Empfang und das Versenden von Faxen ermöglicht. Für die Übertragung reicht auch hier die gewöhnliche Telefondose aus.
Standleitungsmodems sind im Gegensatz zu Netzwerk Modems fest mit einer Gegenstelle verbunden und ermöglichen den schnellen Verbindungsaufbau, da eine Einwahl in das Netz nicht mehr nötig ist. Standleitungen sind in der Regel großen Unternehmen und Banken vorbehalten; bei Heim-Internetverbindungen spricht man zwar auch häufig von Standleitung, der Realität entspricht dies jedoch nicht; die Verbindung wird von den Providern in regelmäßigen Abständen kurz getrennt.
Heute bekommt die Internetverbindung über das Modem zudem noch Konkurrenz von der UMTS Technologie. Das Funknetz erlaubt es, überall und ständig online zu sein, sei es mit dem Handy oder dem Notebook. In Zeiten zunehmender Mobilität setzt sich UMTS immer stärker gegenüber den herkömmlichen Anschlüssen durch.