Floppy

Das erste Massenspeichermedium

Sie wirkt schon ein bisschen wie ein Anachronismus: Die Floppy Disc, die kleine Scheibe, auf der digitale Daten gespeichert werden können. Zum Beginn des Computerzeitalters war die Floppy Disc oder Diskette das Speichermedium überhaupt: Daten konnten ganz leicht auf eine Diskette kopiert, zu einem anderen Rechner getragen und von Computer zu Computer kopiert werden. Der durchschnittliche Speicherplatz von 1,44 Megabyte reichte damals durchaus aus, um Daten zu teilen.

Heute, im Zeitalter von Internet, CD ROM und DVD ROM ist das natürlich undenkbar. Eine Floppy bietet kaum Platz für ein paar Fotos, geschweige denn für ein gesamtes Daten Backup. Für den Austausch geringerer Datenmengen greift man daher zum USB Stick, möchte man eine Sicherheitskopie seiner Festplatte anfertigen oder einzelne, größere Daten speichern, nutzt man einen CD Brenner und die entsprechende Brennersoftware und sichert die Daten auf CD ROM oder DVD ROM. Eine DVD fasst mit über 4 Gigabyte ein Vielfaches von dem, was eine Floppy an Datenvolumen speichern kann. Die Hardware der meisten Rechner ist heute gar nicht mehr mit einem Disketten-Laufwerk ausgerüstet – dieses muss man separat dazu kaufen und anschließen.

Floppy Disc: Heute nur noch für Nostalgiker

Dennoch ist die Floppy – deren Name übersetzt soviel wie „wabbelige Scheibe“ bedeutet – heute Kult. Sie weckt Erinnerungen bei denen, die schon in den 1980ern und 1990ern vor dem Computer saßen. Damals gab es Programme und PC Games nur auf Floppy – während des Spiels waren häufig Disketten-Wechsel nötig, um von einem Level in das nächste zu kommen und die Installation von Programmen brauchte eine ganze Weile länger als heute; aber Nostalgiker erinnern sich dennoch gerne an die Hochzeit der guten, alten Floppy.

Die Floppy Disc speichert Daten auf einer magnetisierbaren Scheibe. Diese ist zum Schutz in der namensgebenden weichen Plastikhülle versteckt; ausgespart sind der Schreib- und Lesekopf. Zudem ist die Floppy mit einem kleinen Schiebeschalter versehen, mit dem man die Scheibe vor dem versehentlichen Überschreiben schützt.

Die Floppy im Wandel der Zeit

Auch die Floppy veränderte im Laufe der Jahre ihr Aussehen. Die ersten Scheiben, die in den 1960ern auf den Markt kamen, waren noch acht Zoll, etwa 200 mm, groß. Sie lösten die unhandlichen Lochkarten ab, auf denen bis dahin Daten gespeichert wurden. Das dazugehörige Laufwerk konnte die Daten der Floppy nur auslesen, nicht aber die Diskette beschreiben. Ein Diskettenlaufwerk mit Schreibfähigkeit kam erst 1972 auf den Markt – seitdem ist es möglich, seine eigenen Dokumente und Daten auf einer Floppy zu sichern. Mit der Zeit wurde auch die Floppy kleiner und handlicher – gängige Formate waren die 5,25 Zoll (130 mm) und die 3 Zoll (80 mm).

So antiquiert die Floppy heute auch erscheinen mag, die trug wesentlich dazu bei, den Computer zum ubiquitären Heimarbeitsplatz zu machen. Datenspeicherung auf Lochkarten war nur in Unternehmen, mit den entsprechenden großen Rechnern möglich. Die Diskette war das erste durchsetzungsfähige Massenspeichermedium. Erst mit der Floppy Disc konnten Firmen ihre Software kundenfreundlich auf den Markt bringen – so setzten sich Betriebssysteme durch, konnten Spiele auf den Markt kommen. Ohne die Diskette wäre die Entwicklung des modernen Computerzeitalters wahrscheinlich nicht denkbar.